Angefangen hat alles mit einem Artikel in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung. Darin wurde über zwei junge Hildesheimer Filmemacher berichtet, die mit einem Kurzfilm einen Wettbewerb und eine Reise nach New York gewonnen hatten. Eine tolle Geschichte, die für uns noch interessanter wurde, als wir in einem Nebensatz lasen, dass die beiden auch Musikvideos drehten. So nahmen wir Kontakt mit Markus und Stefan von “mrss-Design” auf. Die beiden kannten uns bis dahin noch nicht, waren aber von unseren Songs begeistert. Im September dann das erste persönliche Treffen, Vertiefung der Gespräche, Check der möglichen Drehorte, Diskussionen über eine Story, dann endlich ein komplettes Konzept. Terminvergabe, Wetterbeobachtung, Terminänderung, Zeitdruck, da mitte September Niklas Studium beginnen würde. Dann das letzte mögliche Wochenende für den Außendreh und der Schock: Alle Wettervorhersagen zeigen nur eines an – Regen, Regen und nochmals Regen. Bis zum Morgen des zweiten Drehtages stand nicht fest, ob dieser überhaupt stattfinden könnte.
Zuvor hatten wir schon die ersten Szenen im „Thav“ in Hildesheim gedreht. Die Kneipe, in der unser Bandname seinen Ursprung fand, bot die perfekte Atmosphäre für Niklas „Frusttrinken“. An dieser Stelle vielen Dank an „Thav“-Inhaber Chris, der uns die Kneipe komplett zur Verfügung stellte. Auch wenn nur wenige Szenen auf dem Plan standen, brauchten wir mehrere Stunden für die Dreharbeiten. Ob Belichtung oder Bildausschnitt, es gab immer etwas zu verbessern. Eine spannende, lustige, aber auch sehr anstrengende Arbeit.
Der Außendreh konnte schließlich doch planmäßig stattfinden, denn trotz starker Bewölkung verschonte uns der Wettergott mit Regen. Zunächst drehten wir an einem mit herrlich blauem Wasser gefüllten Steinbruch die Liebesszenen mit Isabelle und Niklas, die später im Video als Erinnerung an gute Zeiten zu sehen sein würden. Dann ging es zu einem benachbarten Steinbruch mit hohen Klippen, an dem die Szenen kurz vor dem Sprungversuch gefilmt werden sollten. Besonders der Akt der Rettung in letzter Sekunde war schwierig darzustellen, allein für diese Szene brauchten wir über zehn Versuche.
Mit dem Auto ging es dann zum dritten Steinbruch, in dem die Bandszenen gedreht werden sollten. Leider war die einzige Zufahrtsstraße zum Steinbruch abgesperrt, so dass wir schließlich unser komplettes Equipment – zwei komplette Autoladungen – mehrere hundert Meter zu Fuß tragen mussten. Nicht gerade ein Vergnügen. Nach einer geschlagenen Stunde (!!!) konnte es endlich mit den Bandszenen losgehen. Der Aufwand hatte sich gelohnt, denn die Kulisse der Felsen war einfach perfekt für unser Video. Gerade als wir uns dem Ende der Dreharbeiten näherten, beschlossen die Wolken, ihr Wasser doch noch abzulassen. Der Regen wurde stärker und stärker und wir deckten Hals über Kopf unsere Technik mit Planen ab. Es folgte der Höhepunkt des Tages: Bei Wind und Regen das Equipment die lange Strecke zurück zu schleppen. Wir machten drei Kreuze, als wir klitschnass von Schweiß und Regen endlich alle Sachen in den Autos verstaut hatten. Erschöpft, aber auch sehr zufrieden ging es auf den Heimweg. Denn trotz der vielen Hindernisse hatten wir nun alle Szenen im Kasten. Ein tolles Gefühl!
Nach drei Wochen Schnitt hatte das Video Premiere und alle waren begeistert! An dieser Stelle vielen Dank an Markus und Stefan für die super Zusammenarbeit und die gegenseitige Unterstützung, ein besseres Filmteam als euch hätten wir nicht finden können. Die gemeinsame Produktion hat gezeigt, was alles möglich ist, wenn sich junge aufstrebende Künstler zusammentun und ihre Fähigkeiten kombinieren – besser geht es nicht.